Historie und Name
Historie und Name

Erstmals 1674 trug ein Kriegsschiff den Namen „Wappen von Hamburg“. Unter Admiral Karpfanger war das Schiff erfolgreich im Kampf gegen Seeräuber. Am 10. Oktober 1683 brach an Bord vor Cardiff tragischerweise ein Feuer aus, in dessen Folge die „Wappen“ zusammen mit der Mannschaft explodierte.
1955 baute die Werft Blohm & Voss in Hamburg-Steinwerder ein 2496 Tonnen schweres Seebäderschiff, welches diesen Namen erhielt.Gleich im ersten Jahr beförderte dieses Dieselelektro-Schiff rund 197000 Fahrgäste nach Helgoland. Die Hafendampfschiffahrts-Aktiengesellschaft (Hadag) verkaufte es jedoch schon 1960 als „Delos“ nach Griechenland. 1967 wechselte es ins kanadische Vancouver und hieß nun „Polarstar“, später lief es ab 1972 als „Xanadu“ unter panamesischer Flagge.


Wappen von Hamburg (I)

Es folgte 1962 eine neue Wappen von Hamburg, diese wurde im Auftrag der Hadag wieder bei Blohm&Voss erbaut und hatte bei einer Gesamtlänge von 104,5 m 3819 Tonnen Gesamtgewicht und war für 1700 Passagiere zugelassen. Dieses Schiff war kreuzfahrttüchtig und wurde in der ersten Wintersaison in die Karibik verchartert. 1964 wurde dieses Schiff für die schwedische Stena-Linie verkauft und fuhr nun als „Wappen“ zwischen Göteborg und Sandefjord.


Weil jedoch die 3000 BRT große „Helgoland“, die 1300 Fahrgäste befördern konnte, 1966 als DRK-Lazarettschiff nach Südvietnam ging, entstand bei der Hamburger Hadag (Hafendampfschiffahrts-Aktien-Gesellschaft) eine Lücke im Helgoland-Verkehr. Es wurde kurzerhand entschieden, die einstige Wappen von Hamburg  wieder aus Schweden zurück zu kaufen um die hohe Überfahrten-Frequenz aufrecht erhalten zu können. 

Da 1965 jedoch eine neue, die 3. „Wappen“, gebaut worden war, wurde das zurück gekauft Schiff nun in „Alte Liebe“ umbenannt. Diesen Namen erhielt es in Anlehnung an das berühmte Cuxhavener Bollwerk.  

Die 1964 bis 1965 erbaute und bisher letzte Wappen von Hamburg tat vorerst von Oktober 1965 bis Mai 1966 als "Lucaya" in der Karibik ihren Dienst, anschließend lag sie von 1967 bis 1983 als Hotelschiff an den Hamburger Landungsbrücken. 


Die nagelneue Wappen von Hamburg (III) bei Probefahrten im Frühjahr 1965, 
© HDW


Wappen von Hamburg (III) unterwegs als exklusives Kreuzfahrtschiff "Lucaya"



Wappen von Hamburg 1984 bei der Sietas Werft, © Hans Ehrhardt

Ab 1984 fuhr sie unter der Flagge der Fördereederei Seetouristik (FRS) Flensburg auf der Route Hamburg - Cuxhaven - Helgoland. Bis zum 30.09.2006 war die Wappen von Hamburg das größte und schnellste konventionelle Bäderschiff im Helgoland-Dienst.


Wappen Von Hamburg (III) vor den St. Pauli-Landungsbrücken, © Ingo Josten
 


Kabinenplan der Wappen Von Hamburg (III), obere Decks 1965-1984, © Hadag

Nachdem die FRS die Wappen von Hamburg überraschend außer Dienst gestellt hatte, wurde das Schiff an die Mercator Cruises nach Panama verkauft und in "Mercator II" umbenannt. Der geplante Umbau zu einem Kreuzfahrtschiff wurde allerdings nie fertiggestellt und das Schiff schließlich in Esbjerg, Dänemark abgewrackt.



Die ehem. Wappen von Hamburg (III) nach ihrer Überführung bereits als "Mercator II" in Bremerhaven, Oktober 2007,
© Sven Peter 


Kein schöner Anblick: Die merklich zurückgebaute ehem. Wappen von Hamburg (III) im Sommer 2008 in Bremerhaven, 
© Hartmut Adelmann 


Reste des Rumpfes der Wappen von Hamburg (III) während des Abwrackens in Esbjerg

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Der „Wappen“ letzter Weg
 
Am 10.04.2007 las ich zu meiner großen Betroffenheit in einer Fachzeitschrift, die „Wappen“ solle bei Tests mit neuartigen Torpedos zu einem Seeziel werden und in der Nordsee bei Helgoland versenkt werden. Auf Nachfrage verwies die Reederei-Sprecherin Frau Dettmers auf einen Scherz und versicherte, die „Wappen“ werde verkauft und auch nicht versenkt. Für meine Begriffe ein bitterböser Scherz – hatte man denn überhaupt nicht an die Gefühle der Menschen gedacht, die dieses Schiff „lieben“?

Desweiteren sprach ich am Abend des 11.04.2007 mit Herrn Kruse, Geschäftsführer der FRS, welcher mir bestätigte, dass Schiff gehe in „gute Hände“.

Am 31.05.2007 wurde die „Wappen“ an die Reederei Mercator Cruises (Karibik) übergeben, der neue Name lautete „Mercator II“.

Am 14.06.2007 wurde das Schiff in den Bremerhavener Fischereihafen überführt, wo es auseinander genommen wurde.

Ende Dezember 2008 wurde jeglicher Betrieb an der „Mercator II“ eingestellt und die Umbauarbeiten abgebrochen.

Frühjahr 2009: Das Schiff lag bis November 2010 in Bremerhaven, ohne Schornsteine und Masten – auch die Aufbauten wurden entfernt.

Am 01.11.10 wurde der Rumpf zum Abwracken an eine Werft in Esbjerg/Dänemark verkauft , da der Umbau gescheitert war.

Am 26.11.10 erfolgte die Überführung zur Abwrackwerft.

Vom 28.11.2010 bis zum 26.01.2011 wurden die Reste der „Wappen von Hamburg“ auf der Smedegarden Werft Esbjerg/Dänemark, verschrotttet.

Somit endet die Geschichte des einst größten und schönsten deutschen Seebäderschiffes in Esbjerg/Dänemark. Ein „Wappen“- Propeller steht nun vor der FRS –Zentrale in Flensburg.

Inzwischen ist der Fahrstand der "Wappen" im Deutschen Schifffahrtsmuseum in einem gesonderten Raum dauerhaft ausgestellt.
 

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